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Tuesday, September 15th 2009, 5:26pm

[Guide]How to start ~Charakterentwicklung~

Inhalt der Charakterentwicklung:



Vorwort


Warum ist es so wichtig, dass ich meinen Charakter kennen lerne?
Euer Charakter ist eure Vorstellung einer Person, die für euch handelt. Sie ist eure Hand, die ihr in die von euch geschaffene Welt streckt, um eine bestimmte Situation hervorzurufen.
Durch euren Charakter, der für euch spricht, denkt und handelt, könnt ihr die Fäden eurer Welt tanzen lassen.
Doch wenn jeder Charakter euch selber entspreche, wie ansprechend wäre die Erkundung der Welt und ihrer Einwohner dann noch für Außenstehende? Wenn sich ein Charakterbild in jedem Gespräch wiederholt und keine Abwechslung aufkommt?

Stellt es euch vor, als würde es nur einen Musikstil auf der Welt geben und jede Nation und jeder Mensch würde sie sich jeden Tag anhören – Zwar verschiedene Interpreter, aber jeder Song klingt gleich.

Wäre das nicht furchtbar langweilig?

Genau deswegen spicken Autoren ihre Charaktere mit individuellen Details. Um ihre eigenen Spuren zu verwischen und die Welt durch ihre Bewohner leben zu lassen, wird eine facettenreiche Landschaft der Charaktere erstellt.

Und das möchte ich euch hier in sechs einfachen Schritten erklären.

1. Das Grundgerüst


Zunächst einmal solltet ihr euch überlegen, welcher Charakter in eure Geschichte passen würde. Ist ein schüchterner Mönch in der Lage mit seinem überragenden Wissen die Reihen der Feinde niederzuwalzen und so die Welt zu retten?
Unwahrscheinlich.

Also ist der erste Schritt: Passt euren Charakter an die Umstände der Hauptgeschichte an.
Hierbei möchte ich, dass ihr von den Klischees der Fantasywelt etwas absieht.
Nicht jeder Ritter ist heldenhaft, nicht jeder Dieb flink und gerissen.
Aber es hilft euch, wenn ihr euch am Anfang grob an diesen Klasseneinteilungen entlang hangelt.
Angaben wie Alter, Rang/Beruf und Klasse (auch wahllos gesucht) können helfen, werden im Verlauf dieses Tutorials auch ausgeweitet.

Und da sind die Grunddaten, mit denen wir arbeiten können.
Ob ihr diesem schonen einen Namen zuführt, bleibt euch überlassen. Ihr könnt euch auch basierend auf dem Charakter einen Namen aussuchen, der direkt klar macht, mit wem man es zu tun hat.

1.1 Die Skizze


Ihr wisst nun, wer eurer Charakter ist. Vielleicht wisst ihr auch schon, wie er aussieht.

Wenn nicht, möchte ich euch hier meine Anregungen für eure Überlegungen darstellen:
Stellt euch vor, ihr seid mit eurem Charakter allein in einem Raum.

Er steht vor euch, sieht euch aber nicht und benimmt sich deshalb ganz „normal“. Ihr könnt jedoch alles von ihm sehen – sein Äußeres, auch das, was unter den Kleidern liegt.
Ihr seid Augen, Ohren und Nase eurer Umgebung.

Dazu gehören Haarfarbe, Augenfarbe, und evtl. Makeup. Aber auch solche Dinge wie Kleidung, lackierte Fingernägel, Narben, Kaffeeflecken und Accessoires. Sein Duft, seine Geräusche, die er macht, wenn er durch den Raum geht. (Welche Schuhe trägt er?)
Macht einen Rundgang und notiert euch alles, was ihr seht.

Kommen wir nun zu der ersten groben Charakterisierung:
Noch immer steht eurer Charakter vor euch.
Was für einen Eindruck macht er auf dich?
Was für ein Gefühl hast du, wenn du ihn so beobachtest? Ist er schüchtern, nervös, selbstsicher, arrogant, ruhig, laut …?
Ist er eher der symphatische Typ oder jemand, deinen einen Schauer über den Rücken jagt?
Überlegen wir nun, wie wir eurem Charakter noch mehr Tiefe geben können.

Was macht uns als Menschen aus? Wie definiert sich unser Wesen?
Fragen, die zum Wesen und zum Sein eures Charakter führen können, wären z.B.:

Was für Angewohnheiten hat deine Figur? Welche Macken?
Jeder Mensch hat Fehler, finde ihre!
Lässt er immer den Klodeckel offen stehen? Trägt er seine Unterhosen immer zwei Mal? Lässt sie nachts die Wimperntusche drauf ohne sich abzuschminken? Spült sie immer erst dann ab, wenn der Geschirrstapel schon bis zur Decke reicht?
Was sind die dominanten Charaktermerkmale? Ist er wirklich so, wie er auf den ersten Blick scheint?
Was mag er besonders gerne?
Was kann er auf den Tod nicht ausstehen?
Welche Dinge sind ihm wichtig?
Was ist ihm absolut gleichgültig?

Versucht nicht unbedingt die Mängel zu begründen – Zur Vergangenheit und zur Prägung eures Charakters kommen wir im zweiten Teil.

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Tuesday, September 15th 2009, 5:35pm

Teil 2

Vorwort


Nachdem wir uns im ersten Teil angesehen haben, warum eine vielschichtige Charakterwelt so wichtig ist, wird in diesem Teil des Tutorials nun viel mehr auf die eigentliche Geschichte und Vergangenheit des Charakters geachtet und diese ausgearbeitet.

1.Der Hintergrund


Geben wir unserem Charakter mit den unten aufgeführten Fragen und den daraus resultierenden Überlegungen die benötige Tiefe und Glaubwürdigkeit.

Beginnen wir mit seinem Umfeld:
Hat er Geschwister? Wie ist die Beziehung zu ihnen, was machen sie? Wie heißen sie, sind sie jünger oder älter? Wie verhält er sich ihnen gegenüber?
Wie ist seine Beziehung zu seinen Eltern? Wieso ist das so? Wie verhalten sie sich, wenn sie zusammen sind?
Wer sind momentan seine Freunde? Hat er überhaupt welche? Warum/Warum nicht?
Warum mögen ihn seine Freunde?
Lebt er in einer Beziehung? Wie sieht die aus? Was unternehmen die Beiden gemeinsam?

Aus der Beziehung des Charakters zu den Personen des Alltags könnt ihr oftmals erhebliche Informationen entnehmen, denen ihr euch zuvor vielleicht gar nicht bewusst wart.

Wie ihr sehr, kann allein durch diese unscheinbaren Fragen ein wahrer Boom an Hintergrundinformationen über euren Charakter herauskommen.
Und, seid ihr bereit, noch mehr zu lesen?

Nun kommen wir zu den Grundzügen seiner Vergangenheit.
Wo ist er geboren?
Wo hat er als Kind gelebt?
Was hat ihn traumatisiert, was hat ihn geformt, was hat er geliebt?
Was ist das tollste/schlimmste Ereignis in seinem bisherigen Leben?
Wie viele Liebesbeziehungen hat er schon gehabt? Waren die alle glücklich?
Gibt es einen besonderen Grund, warum er die Dinge mag/nicht mag, die er eben mag/nicht mag?
Wo wohnt er?
Wo arbeitet er?
Was für Hobbys hat er?
Was sind seine momentanen Ziele und warum?

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Friday, January 7th 2011, 3:31pm

Teil 3

Abschließende Fragen


Zu dieser Menge an Informationen kann man sich nun abschließend noch einige Fragen stellen, um das Denken und Gefühlswelt des Charakters richtig zu verstehen und wiedergeben zu können. Stell dir vor, du bist dein Charakter und reflektiere folgendes:

Was denken andere von dir, und wie fühlst du dich dabei?
Bist du gerne der Mensch der du bist?
Mag dich dein Vorgesetzter?
Magst du deinen Vorgesetzten?
Wen magst du besonders gerne?
Mit wem isst du morgens zum Frühstück?
Was machst du in der freien Zeit?
Etc.


Ich werde dies hier nicht ausarbeiten, da ich nicht zu sehr auf die „Handlung“ eingehen möchte.
Dazu gibt es einen interessanten, theoretischen Teil zu der Frage, ob Menschen sich ändern können oder nicht – wer Interesse daran hat, etwas mehr über die Frage zu erfahren, kann mir gerne eine PN schreiben und ich werde euch den entsprechenden Text zukommen lassen.
Allen, denen viel daran liegt, auch etwas über das logische Schließen von Handlungen zu erfahren, anstatt einfach bestimmte Wendungen festzulegen, kann ich dies nur wärmstens empfehlen.

Ihr solltet euch bei der Zurechtlegung eurer Handlung auch zwischendurch auf eure Charaktere berufen und sehen, ob diese noch in Einklang miteinander laufen.
Passt das?
Was fühlt sich gut an?
Was passt noch nicht?
Wo hakt es?
Welche Dinge sind nur Klischee?
Wer ist er wirklich?

Zukünftige Entwicklung


Dabei solltet ihr beachten, dass es schwieriger ist, Verhaltensweisen aus der Kindheit zu verändern und abzulegen, als erst kürzlich erkannte Dinge.
Veränderungen eines Charakters brauchen Zeit und logische Ankerpunkte. Ein Held wird sich niemals aus purem Pflichtgefühl in den Tod stürzen – er ist auch nur ein Mensch mit Ängsten und Zweifeln.
Er braucht echte Gründe (vielleicht hat der Kampf seine Gedanken benebelt, vielleicht hat er nicht, wofür er sonst leben kann …).

Dies ist der schwierigste, aber auch für mich spannendste Teil einer Charakterausarbeitung. Hier seid ihr völlig auf euch allein gestellt, aber das Resultat ist oftmals besser, als man selber erwartet.

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